Kultur Gut Hasselburg

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HASSELBURG UND DIE MUSIK

Seit über 40 Jahren ist Hasselburg weit über Norddeutschland hinaus bekannt für seine erstklassigen Konzerte im Barocksaal des Herrenhauses mit seiner betörenden Akustik, aber auch für die Konzerte in der großen Scheune und im Kreuzgewölbesaal des Kuhhauses. Eine weitere Spielstätte befindet sich im Entstehungsprozess: Das Heckentheater.

 

 

Maßgeblichen Anteil an der kulturellen Entwicklung haben die Hörspielregisseurin Heikedine Körting und ihr verstorbener Ehemann Andreas Beurmann, die im Jahr 1979 den Kulturkreis Hasselburg e.V. gründeten.

KULTURKREIS HASSELBURG E. V.

Der von Andreas Beurmann und seiner Frau Heikedine Körting-Beurmann im Jahr 1979 ins Leben gerufene Kulturkreis Hasselburg e.V. arrangiert im Barocksaal des Herrenhauses jährlich rund 10 bis 12 kulturelle Veranstaltungen.

 

ZU DEN VERANSTALTUNGEN

 

Im Saal und auf der Galerie finden 190 Gäste Platz. Bedeutende Künstler wie Martha Argerich, Gidon Kremer, Sol Gabetta und Lang Lang waren hier schon zu Gast. Besonders eindrucksvoll sind die von der Hausherrin vorbereiteten Weihnachtskonzerte, bei denen der Barocksaal besonders festlich geschmückt wird, und es im Gewölbekeller nach dem Konzert Glühwein, Stollen und Schmalzbrote gibt.

Vorsitzender des Vereins ist Prof. Dr. Boris Bätge, die Geschäfte führt Heikedine Körting Beurman

Andreas E. Beurmann wurde am 12. Februar 1928 in Zoppot bei Danzig geboren. Er interessierte sich schon als Kind für das Klavierspiel und für technische Apparate. So baute er während des Krieges ein Radio, mit dem er heimlich Nachrichten der BBC hörte und so bestens über den wahren Kriegsverlauf informiert war.

 

Nach seiner Flucht studierte er Musikwissenschaft und Physik an den Universitäten Köln und Göttingen. Dort wurde er 1953 mit der Dissertation Die Klaviersonaten Carl Philipp Emanuel Bachs zum promoviert. 1961 gründete er zusammen mit Wilhelm Wille und David L. Miller die Tonträgerfirma Miller International.

 

Kurze Zeit später entstand das von ihm maßgeblich erdachte Hörspiellabel Europa. Die Idee für den Namen des Labels begründete sich auf dem damals noch in den Anfängen befindlichen europäischen Vereinigungsprozess, der ihm eine Herzensangelegenheit war. Das „EUROPA“-Markenzeichen mit seinem damals noch rechteckigen Rahmen hat er selbst bis zur Druckreife angefertigt. In dieser Zeit begann Beurmann auch mit dem Aufbau einer bedeutenden Sammlung historischer Tasteninstrumente. Den größten Teil der Sammlung schenkte er dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg.

 

Im Jahr 1978 erhielt Andreas Beurmann an der Universität Hamburg einen Lehrauftrag zum Thema „Elektronische Klangerzeugung und digitale Speicherung (Erarbeitung von elektronischen Musikwerken)“. In den folgenden Jahren führte er Praktika und Übungen zur Instrumentenkunde (mit Schwerpunkt Cembali, Hammerklaviere, moderne Tasteninstrumente) und zu verschiedenen Bereichen der „Musikelektronik“ (Synthesizer, Sampler, Expander, Notensatzsoftware) durch. Diese umfangreiche und unentgeltlich geleistete Lehrtätigkeit hat den Akademischen Senat der Universität Hamburg bewogen, Andreas Beurmann am 23. November 1989 zum Professor zu ernennen. Er war damit berechtigt, im Fach Systematische Musikwissenschaft Lehrveranstaltungen durchzuführen, sowie auch Magistranden und Doktoranden zu betreuen und Prüfungen abzunehmen. Seine Lehrtätigkeit endete erst im Jahre 2000.

 

1979 heiratete Andreas Beurmann Heikedine Körting. Gemeinsam pachteten sie das Herrenhaus von Hasselburg, das sie vorher, ebenso wie die verfallende Reetscheune, restauriert hatten.

 

Unter dem Namen Hans Meinhardt arbeitete Andreas Beurmann auch als Sprecher. Seine bekannteste Rolle ist die des Onkel Titus, den er von 1979 bis zu seinem Tod am 24. April 2016 bei den Die drei ??? verkörperte.

 

Im restaurierten Hasselburger Kuhhaus gibt es mit dem „Beurmann-Kabinett“ einen Raum zur Erinnerung an Andreas Beurmann. Ausgestellt sind einige seiner Instrumente, Bücher und CD’s sowie Fotos aus seinem Leben.

Heikedine Petra Körting wurde am 18. Juni 1945 in Jena geboren und wuchs nach der Flucht ihrer Familie in der Hansestadt Lübeck auf. Sie studierte Rechtswissenschaften in Genf und Hamburg. Neben ihrer Tätigkeit als Rechtsanwältin arbeitete sie als Modeschöpferin und als Nebendarstellerin in Kinoproduktionen.

 

1963 lernte Heikedine Körting den Musikunternehmer Andreas Beurmann kennen, den sie 1979 heiratete. 1969 schrieb sie ihre ersten Skripte für Hörspiele, die Märchen Die Schneekönigin und Die kleine Seejungfrau nach Hans Christian Andersen. Andreas Beurmann übertrug ihr daraufhin Produktionsaufträge für die Umsetzung der Skripte. Ihre erste hauptverantwortliche Produktion war Das Gespensterschiff. 1973 erhielt Körting die alleinige Verantwortung für die Hörspielproduktionen von Europa, die sie bis heute innehat.

 

Heikedine Körting hat über 2.000 Hörspiele produziert, darunter Klassiker wie Die drei ???, TKKG, Fünf Freunde und Die Gruselserie von H. G. Francis. Ihr wurden über 180 Goldene sowie mehrere Platin-Schallplatten verliehen. Unter dem Pseudonym Pamela Punti spricht Heikedine Körting selbst kleinere Rollen in ihren eigenen Hörspielen. Ebenso wie ihrem verstorbenen Mann wurde ihr vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

1984 erhielt Körting den ersten und einzigen Europa-Hörspiel-Regie-Preis für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die Marke Europa. Den mit 10.000 Deutsche Mark dotierten Preis spendete sie an die Deutsche Kinderhilfe. Die Laudatoren waren die Schauspieler Horst Frank und Claus Wilcke. Der Preis wurde vom Label selbst ausgerichtet und vergeben, da es keine adäquate öffentliche Ehrung für große Erfolge im Hörspielsektor gegeben hat.

 

Seit 1985 ist Körting im Guinness-Buch der Rekorde als Deutschlands erfolgreichste Märchentante eingetragen.

 

Im Juli 1986 wurde zu Ehren Körtings eine spezielle Rose mit dem Namen Märchenkönigin gezüchtet.

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